Back
Close

Projektwettbewerb "Schönauring"

Ringelringelrose A Final Test Niedrig

04. August 2020
Von Paolo Lendi

Die Baugenossenschaft Schönau Zürich plant den Ersatz ihrer bestehenden Siedlung im inneren Ring der «Gartenstadt» in Seebach und beauftragte Kuoni Mueller & Partner mit der Entwicklung. Unter der Leitung und Moderation von Paolo Lendi wurde ein Studienwettbewerb durchgeführt, der am Ende einen überzeugenden Konzeptvorschlag hervorbrachte, welcher nunmehr für die bevorstehende Bauphase weiter ausgearbeitet und optimiert wird.

«Mit der erfolgreichen Durchführung des Wettbewerbs haben wir einen Sieger ermitteln können, dessen Konzeptvorschlag als richtungsweisend für die nächste Phase gilt», erklärt Paolo Lendi. Der gelernte Architekt und Bauökonom hatte für den Studienwettbewerb in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft sechs Teams eingeladen, deren eingereichte Arbeiten hinsichtlich städtebaulicher, architektonischer, wirtschaftlicher, funktionaler und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltiger Kriterien geprüft wurden. Anlässlich des Jurytages, diskutierte und bewertete eine Jury unter der Leitung von Paolo Lendi alle Beiträge. Als Beurteilungskriterien galten neben der Schaffung und Erhaltung von preisgünstigem Wohnraum die Entwicklung eines Gesamtkonzepts, welches die Erneuerung des Schönaurings unter der Wahrung des Dorfcharakters mit seiner hochwertigen Aussenraumqualität berücksichtigt. Weitere Parameter waren der Ersatz des bestehenden Kindergartens sowie eine tendenziell höhere Verdichtung. Das Architekturbüro Andri Cajos Architekten AG aus Zürich überzeugte die Jury mit ihrer stadträumlichen Konzeption.

«RingelRingelReihe»

Die vier- bis fünfgeschossigen Bauten bilden ein Ensemble, das sich homogen in die bestehende Architektur und Landschaft einfügt. Die am Rande vorgesehenen Punktbauten überzeugen durch ihre amorphe Grundform und die zwei- bis dreiseitig ausgerichteten 2- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen. Die Mitte bleibt als Erlebnis- und gemeinsam genutzter Aussenraum bestehen. Einzig bezüglich Material, Konstruktion und Nachhaltigkeit blieben Fragen offen, die aktuell in Zusammenarbeit mit Paolo Lendi weiter ausgearbeitet und optimiert werden. «Wir stehen kurz vor der Bauprojektphase. Jetzt gilt es, tiefer in die Materie einzutauchen, Details und Grundrisse zu verfeinern und die Kosten zu optimieren», so der Bauökonom, dessen Expertise hinsichtlich Bauweise, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz jetzt besonders gefragt ist. Die Umsetzung des Projekts mit seinen insgesamt ca. 90 Wohnungen und 3 Kindergärten ist ab Ende 2021 vorgesehen.

Die Durchlässigkeit der offenen Siedlungsstruktur mit seinen Begegnungszonen unterstützt den gemeinschaftlichen Charakter der Genossenschaft und überzeugte die Jury.

Visu Quer Dpi

Die Vorgeschichte

Die Baugenossenschaft Schönau Zürich wurde 1947 gegründet und besitzt heute drei Siedlungen mit rund 324 Wohnungen im nördlichen Teil des Stadtgebietes Zürich-Seebach. Die Siedlung Schönauring stammt aus den Jahren 1947/48 und ist mit ursprünglich 142 Wohneinheiten und 48 Reiheneinfamilienhäusern die älteste und grösste Siedlung der Genossenschaft. Im Jahr 2009 wurde die Arbeitsgruppe «Zukunft Schönauring» gegründet, um ein Gesamtkonzept für die Erneuerung der Siedlung Schönauring für die nächsten rund 35 Jahre auszuarbeiten. 2011 erfolgte ein Wettbewerb für die Erstellung von Ersatzbauten nördlich des Rings, die seit 2017 das Bild der Siedlung prägen. Mit dem zweiten Wettbewerb im vergangenen Jahr folgt nunmehr die nächste Phase – die Neuüberbauung des Kernstücks der Siedlung im inneren Ring, die ab Winter 2022/2023 bezugsfertig sein soll.

Die Wohnungen erhalten aufgrund der amorphen Bauform eine zwei- bis dreiseitige Ausrichtung, welche wiederum für spannende diagonale Raumbezüge sorgt.

Grundriss Hoch Dpi
Ringelreihe