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Entwicklungen im Büromarkt

Büromarkt CF Komp
 Carmen Fehr

17. September 2020
Von Carmen Fehr

COVID-19 beeinflusst den Immobilienmarkt. Insbesondere der vom Onlinemarkt ohnehin gebeutelte Einzelhandel leidet stark. Zeitgleich ändert sich mit dem auferlegten Lockdown aber auch die gesamte Arbeitswelt. Home-Office ist in aller Munde und erhält zunehmend an Zuspruch. Welche Folgen sich daraus für den Büromarkt ergeben, erläutert Carmen Fehr.

Seit Corona hat das Homeoffice an Bedeutung gewonnen. Allerdings gab es Homeoffice auch schon vor Corona - vor allem in Grossunternehmen. Hier dürfte sich die Menge an Tagen im Homeoffice zukünftig verdoppeln. Der Flächenbedarf an gemieteten Büroräumen bleibt dennoch mehrheitlich derselbe. Es dürfte lediglich vermehrt auf mehr Begegnungs- und Aufenthaltszonen für die Mitarbeitenden, grössere Sitzungs- und Meetingräume sowie Empfangsbereiche für einen besseren Kundenservice geachtet werden.

Durch den Lockdown haben unterdessen aber auch kleinere Unternehmen gemerkt, dass das Arbeiten von zu Hause ein valabler Weg sein kann. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wussten die Situation zu schätzen, nicht täglich ins Büro fahren zu müssen. Die wegfallenden Anfahrtswege sorgten für viel Zeiteinsparungen und somit für eine bessere Work-Life Balance.

Das Arbeiten von zu Hause hat jedoch nicht nur Vorteile. Es erfordert Motivation, Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement. Zudem fehlen die sozialen Kontakte. So sehnten sich viele Personen während des Lockdowns wieder zurück ins Büro, um die Kollegen zu treffen oder um sich gegenseitig auszutauschen. Vor allem in der Phase eines wichtigen Projektes, in dem mehrere Personen involviert sind, ist ein Meeting Face-to-Face viel persönlicher und zielorientierter als via Zoom-Sitzungen.

Grosse Veränderungen im Büromarkt erwarten wir jedoch nicht. Die Nachfrage nach Büroflächen ist nach wie vor ungebremst. Wenn überhaupt werden Entscheide nur zeitlich etwas verzögert. Vor allem Büroliegenschaften an guten und zentralen Lagen mit innovativen Konzepten sind mehr denn je gefragt. Die Attraktivität des Standortes sowie moderne Ausbaustandards für zukunftsorientierte Arbeitswelten gewinnen zunehmend an Bedeutung, weil sich nur so langfristig gute Mitarbeiter engagieren lassen. Die Preise, vor allem in den Zentren, bleiben stabil. Einzig Büroliegenschaften an Randgebieten, die es vorher schon schwer hatten, werden mit Preiskonzessionen zu kämpfen haben, um überhaupt Mieter gewinnen zu können.

Fazit: Das Büro war noch nie so gefragt wie heute: Wichtig ist nicht die Quantität, sondern die Qualität des Arbeitsplatzes.